Ein Wochenende in Marburg
Anfang Dezember beschlossen meine Schwester und ich für ein Wochenende die hübsche slowenische Kleinstadt Marburg zu besuchen.
Ich machte mich also an einem Samstagmorgen auf zum Hauptbahnhof, wo um 8:00 mein Zug abfuhr. Etwa 30 Minuten später stieg meine Schwester in Wiener Neustadt zu.
Die Fahrt verlief sehr angenehm. Anfangs war das Wetter noch trüb, bald aber schon strahlte die Sonne in unseren Waggon.
Unterwegs gönnten wir uns ein überraschend preiswertes, sehr leckeres Frühstück im Speisewagen.
Viel zu schnell verging die Zeit und um 11:40 erreichten wir pünktlich Marburg, wo wir ein schickes Hotel direkt im Zentrum gebucht hatten.
Noch konnten wir das Zimmer nicht beziehen, darum machten wir uns erst einmal auf den Weg, die Stadt zu erkunden.
Schon auf den ersten Blick verliebten wir uns in diese wunderschöne kleine Stadt unweit der österreichischen Grenze.
Nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt befand sich der Hauptplatz Glavni Trg mit dem Rathaus, wo gerade ein Weihnachtsmarkt stattfand. Da es noch recht früh war, waren die Stände aber noch fast alle geschlossen.
Mitten auf dem Platz drehte sich ein Riesenrad, eine Fahrt wollten wir uns aber für später aufheben.
Von hier war es nicht weit in die eigentliche Altstadt, das Lent Viertel mit den typischen kopfsteingepflasterten Gässchen. Dieser Teil der Stadt wirkte besonders romantisch und hatte seinen ganz eigenen Charme..
Wir schlenderten gemütlich durch diese Gegend und stießen schließlich auf die Drau, die von einer wunderschönen Promenade gesäumt wird.
Dort befindet sich die älteste Weinrebe der Welt, die über 400 Jahre alt ist und noch immer Trauben trägt – ein faszinierendes Zeugnis der Weintradition dieser Gegend.
Wir spazierten ein wenig an der Drau entlang und genossen das wunderbare, für Dezember sehr warme Wetter.
Als sich langsam Hunger bemerkbar machte, beschlossen wir in einem kleinen Restaurant einzukehren. Dort genossen wir die typische Pleskavica, dazu Salat und eine Portion Pommes.
Gut gestärkt machten wir uns auf, weiter das Lent Viertel zu erkunden.
Besonders beeindruckend war die Domkirche St. Johannes der Täufer aus dem 13. Jahrhundert, die von einem hübschen Park umgeben und romanischen sowie gotische Elemente vereint.
Weiter gingen wir zum Schloss von Marburg, dessen Baugeschichte sich vom 15. Bis zum 18. Jahrhundert erstreckt. Dadurch sind zahlreiche Baustile repräsentiert, die heute den typischen Charakter des Schlosses ausmachen.
Dort befand sich ein weiterer Weihnachtsmarkt, der uns sogar etwas besser gefiel als der am Hauptplatz.
Wir spazierten dann zurück zur Drau, wo wir über die Brücke den Fluss überquerten.
Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick auf diese wunderschöne Stadt mit ihren roten Dächern und Kirchtürmen.
Nicht weit von hier befand sich ein Einkaufszentrum, wo wir rasch einige Kleinigkeiten besorgten.
Dann war es Zeit, endlich unser Zimmer zu beziehen.
Wir fühlten uns sofort wohl in dem geräumigen Raum im 6. Stock, von dem wir einen wundervollen Blick über die Stadt genossen.
Kurz machten wir uns frisch und ruhten uns ein wenig aus.
Als wir uns wieder auf den Weg in die Stadt machten, war es bereits dunkel. Noch einmal schlenderten wir durch das romantische Lent Viertel, das nun festlich beleuchtet war.
Am Weihnachtsmarkt war leider so viel los, dass wir bald flüchteten. Auch war die Stimmung nicht wirklich weihnachtlich. Es wurde laut Musik gespielt – allerdings keine Weihnachtsmusik und es schien mehr ums Essen und Trinken als um vorweihnachtliche Besinnlichkeit zu gehen.
Beim Riesenrad waren leider so viele Menschen angestellt, dass aus der Fahrt wieder nichts wurde.
Darum beschlossen wir der jüdischen Synagoge aus dem 14. Jahrhundert einen Besuch abzustatten. Diese liegt malerisch mit Blick auf die Drau und zählt zu den ältesten erhaltenen Synagogen Mitteleuropas.
In ihrem Inneren beherbergt sie ein Museum, das allerdings bereits geschlossen war. Im Lauf ihrer Geschichte wurde das Bauwerk mehrmals umgebaut und diente verschiedenen Zwecken, bis es in den 1990er Jahren renoviert und in seinen heutigen Zustand versetzt wurde.
Durch die Gassen des Lent Viertels marschierten wir dann noch einmal vorbei an der Kathedrale in Richtung Schloss.
Dort besuchten wir dann den Weihnachtsmarkt, der uns schon am Nachmittag besser gefallen hatte. Wir tranken heiße Schokolade und ließen das Ambiente auf uns wirken.
Auf dem Rückweg zum Hotel kauften wir uns noch eine Kleinigkeit zum Abendessen in einer Bäckerei. Für einen Restaurantbesuch waren wir nach dem langen Tag viel zu müde.
Im Hotel ließen wir dann den Abend gemütlich vor dem Fernseher mit unseren Snacks ausklingen und schliefen bald ein.
Am nächsten Morgen genossen wir ein traumhaftes Frühstück im Hotel. Das Buffet ließ wirklich keine Wünsche offen.
Anschließend schlenderten wir noch ein wenig am Fluss entlang. Direkt an der Promenade besuchten wir den alten Wasserturm, wo heute eine Vinothek untergebracht ist. Er wurde im 16. Jahrhundert erbaut und diente ursprünglich der Verteidigung.
Dann war es auch schon Zeit, aus dem Hotel auszuchecken und uns auf den Weg zum Bahnhof zu machen, wo mittags unser Zug zurück fuhr.
Marburg hat uns sehr beeindruckt und wir werden diese charmante Stadt bestimmt wieder einmal besuchen.